Green Printing Pt.1 – Die Prozesskette

Die umweltfreundliche und ökologisch nachhaltige Produktion von Druckprodukten unter dem Schlagwort „Green Printing“ umfaßt nicht nur die Auswahl des Papieres und der Druckfarbe. Der Umweltgedanke muß die gesamte Prozeßkette umfassen.
Die österreichischen Druckerei-Unternehmer und auch der übergeordnete Verband Druck & Medientechnik sehen den Umweltgedanken und die damit verbundene ökologisch nachhaltige Produktion von Druckprodukten als eine Kette von Arbeitsschritten, die allesamt vom „grünen“ Gedanken geleitet sein sollten. Dies fordern auch die Auftraggeber der heimischen Druckereien. Vielfach werden Aufträge etwa von Markentartikel- oder Handelsunternehmen oder von öffentlichen Institutionen nur mehr an jene Druckereien vergeben, die mit den entsprechenden Umwelt- und Prozeßzertifiziereungen ausgezeichnet sind.

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Neben der Auswahl von umweltschonend hergestellten Papieren und der Verwendung von lösemittelfreier Druckfarbe umfaßt die Prozeßkette auch Druckmaschinen mit geringerem Energieverbrauch, eine ressourcenschonenden Stromgewinnung etwa durch firmeneigene Kraftwerke, den energiesparenden Einsatz von Beleuchtungsmitteln und eine CO2-reduzierenden Transportlogistik.
Ing. Michael Braun, Geschäftsführer der Druckerei Paul Gerin, dem österreichischen Marktführer im Segment Plakatdruck, setzt auf Energie-Einsparungen und effizientes Recycling: „Unser Unternehmen investiert in Druckmaschinen, die einen niedrigen Energieverbrauch aufweisen sowie einen minimalen Makulatur Verbrauch garantieren. Des Weiteren werden sowohl Papier als auch Druckplatten einem gut funktionierendem Recyclingsystem zugeführt. Unser Warmwasser und die Energie zum Heizen beziehen wir aus unserem eigenen Bioenergiewerk, das mit Hackschnitzel betrieben wird.“
Mit den klassischen Zertifizierungsmaßnahmen für den Produktionsbereich enden die Umweltschutzmaßnahmen auch für Peter Kolb, Geschäftsführer druck.at, nicht: „Eine ökologisch nachhaltige Produktion geht darüber hinaus: Zum Versand der Druckprodukte haben wir recyclingfähige Kartonverpackungen mit Füllmaterial aus Stärke in Verwendung. Papierabschnitte werden sortenrein gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt. Im Winter nutzen wir die Abwärme der Druckmaschinen um unsere Produktionshallen zu heizen. Mit einem eigens dafür installierten Lüftungssystem wird die Wärme verteilt. Damit sparen wir nicht nur Heizkosten, sondern verringern auch unseren CO² Ausstoß. Wir verwenden eine umweltfreundliche Adiabate Kühlanlage. Als Beleuchtung in den Produktionshallen werden LED Lampen eingesetzt.“
Die österreichischen Druckereien sind damit auf dem besten Weg, zu ökologisch nachhaltig agierenden Unternehmen zu werden – ein Prozeß, der sich nicht von heute auf morgen erledigen läßt, sondern eine stetige Beobachtung der technischen Möglichkeiten und des Marktes erfordert.

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