Warum ich Twitter so liebe?!

Gestern, 8. Mai, wurde von der Gewista im Novomatic Forum der Große Österreichische Plakatpreis in 13 Kategorien vergeben. Prominente österreichische Werber, Außenwerbe-Experten, Politiker und Fachjournalisten verfolgten gespannt die von Christoph Wagner-Trenkwitz moderierte Preisverleihung durch Gewista Chef KR Karl Javurek.
Und auch ich – an diesem Abend in meiner Funktion als Eigentümer und Herausgeber des Fachmagazins OUT-OF-HOME – habe die Verleihung mit Spannung verfolgt, mit dem Ziel bzw. Zweck, live bzw. in real time von der Preisverleihung zu twittern. So jagte ich über meinen Twitter-Account und den Twitter-Account des OUT-OF-HOME Magazins im Fünf-Minuten-Takt die Ergbenisse der Preisverleihung hinaus.

Desgleichen habe ich am 19. April bei der Verleihung des Außenwerbe-Preises „Impactissimo“ des Außenwerbeunternehmens Epamedia getan – jeden Preisträger in den einzelnen Kategorien mit entsprechenden Hashtags versehen hinaus getwittert.

Twitter hat den Journalismus verändert. Früher saß ich mit Notizblock und Schreibgerät bewaffnet bei derartigen Veranstaltungen, in meinem Anzug sah ich aus wie ein Michelin-Männchen; irgendwo muß man ja die notwendigen Schreiberling-Utensilien – nebst Geldbörse, Rauchwaren, Schlüssel – auch einstecken. Und die klassische Herrenhandtasche war/ist ja nicht unbedingt kleidsam. Der Weg der Informationen von der Veranstaltung zu LeserInnen und Medieninteressierten war lange, die Aufbereitung mühsam(er) und die Verteilungsarbeit intensiver.
Heute reicht ein einziges Utensil, um LeserInnen und Interessierte punktgenau und real time auf ganz kurzem Weg zu erreichen – das Smartphone mit Twitter-App. Kein anderes Medium bzw. kein anderes Kommunikationstool – vielleicht mit Ausnahme der Live-Übertragung in Radio und TV – ist so schnell.
So einfach ist das, und das ist der auch der Grund, warum ich Twitter so liebe.

Verwundert aber bin ich darüber, daß Unternehmen wie Gewista oder Epamedia die Social Media Tools wie etwa Twitter nicht nutzen. Weshalb? Da brachten auch die Ergebnisse der Social Media Branchenumfrage in OUT-OF-HOME Ausgabe 1/2012 keine verwertbaren Antworten. Die Gewista beschränkt den Social Media Auftritt auf das Produkt Winpin, versteht sich selbst als „Träger“ von Botschaften. Die Epamedia ist eben dabei, den Internet-Auftritt unter Berücksichtigung der Social Media Kanäle auf neue Beine zu stellen. Jetzt schon?

Die Begründungen, die Sie in der blätterbaren Ausgabe 1/2012 nachlesen können, mögen für die Unternehmen als solches schlüssig sein, nicht aber für das Wesen bzw. das Grundprinzip von Unternehmenskommunikation und Social Media: Dialog.
Und dem setze ich noch was drauf: Informationshohheit. Denn, nicht am sozialen Dialog teilnehmen zu wollen, ist das eine. Die Kontrolle über die über das eigene Unternehmen verteilten Informationen zu verlieren, geschweige denn zu haben, ist nachlässig, wenn nicht gar fahrlässig – wenn schon am sozialen Dialog nicht teilnehmen (wollen), dann zumindest beobachten (müssen).
Als ich der Kommunikationsverantwortlichen der Epamedia anläßlich der Verleihung des „Imapctissimo“ sagte, ich werde/würde die Ergebnisse der Verleihung in real time mit zwei entsprechenden Hashtags auf zwei Accounts twittern, meinte sie: „Sehr fein.“

Noch Fragen?

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