Haubenküche-Burger: Versprechen versus Realität

Werbung dient ja nicht nur als Instrument zum Imageaufbau oder als Verkaufsinstrument. Werbung gibt ja auch ein Versprechen ab, wie etwa: „Kaufe dieses Waschmittel, denn das wäscht weißer, besser als alle anderen und duftet zudem noch nach Zimt/Orange.“ Die KonsumentInnen vertrauen diesem Versprechen aus der einen oder anderen Werbemaßnahme einer Marke oder eines Unternehmens und: kaufen.
Wird die Erwartung auf ein Produkt oder eine Dienstleistung auf Basis eines Versprechens enttäuscht, hat dies nicht nur unmittelbare Unzufriedenheit der KundInnen zur Folge, sondern kann langfristig am Image einer Marke oder eines Unternehmens kratzen und (erst) aufgebautes Vertrauen bei den KonsumetInnen (wieder) zerstören.

Einfach formuliert: „Ich als Unternehmen verspreche Euch, liebe KonsumentInnen, ein Produkt mit diesen und jenen Eigenschaften in dieser oder jener Beschaffenheit“ – so einer der Inhalte (auf der Metaebene) einer Werbebotschaft einer Marke, eines Unternehmens.
Noch einmal einfach formuliert: „Liebes Unternehmen, liebe Marke. Ihr habt mir/uns ein Produkt mit diesen und jenen Eigenschaften in dieser oder jener Beschaffenheit versprochen, doch leider klaffen zwischen Versprechen und Wirklichkeit Welten. Ich bin nicht zufrieden und werde daher dieses Produkt nicht mehr bei Euch kaufen; eventuell kaufe ich gar nicht mehr bei Euch.“

Warum ich Euch/Ihnen das erzähle? Weil ich enttäuscht bin. Also, es war vergangenen Dienstag, als ich nach einem Branchenevent auf dem Heimweg war, mich da selbst mit meiner lieben Liebsten traf und wir beschlossen, wieder einmal bei McDonald’s zu speisen. Wo doch eben Mörwalds HaubenKüche Burger im Sortiment sind. Und fragt mich bitte nicht, warum ich nicht schon auf dem Event gespeist habe.
Wir orderten – in der Filiale Wagramer Straße im 22. Wiener Gemeindebezirk – zwei „Toni’s Surf & Turf“-Menüs. Da man uns kurze Wartezeit beschied, war ich schon mal in der – möglicherweise naiven – Annahme, irgendwas in dem Burger würde da frisch sein. Die Beschreibung klang ja zu lecker: „Feinstes österreichisches Rindfleisch, knusprig gegrille Shrimps, verfeinert mit saftigen Tomaten und frischen Gurken auf erlesenem Ruccola Bett.“
Nach wenigen Minuten Wartezeit wurden uns die Menüs von einer freundlichen Dame an den Tisch gebracht. Ich öffnete die Box, und erste Enttäuschung machte sich breit. Warum, das seht Ihr an den Fotos.

Die weiteren Enttäuschungen in einer Aufzählung:
Zweite Enttäuschung: Erster Biss in den Burger – nicht oder nur gaaanz wenig gewürzt. Meine Oma hätte gesagt: „Des schmeckt wia ei’gschlofane Fiaß.“
Dritte Enttäuschung: Das, was mit „knusprig gegrillten Shrimps“ angepriesen wurde, entpuppte sich als Shrimps-Pampe, um die herum im Fritter eine Kruste gefrittert wurde.
Vierte Enttäuschung: Das erlesene Rucola Bett entpuppte sich als verwelkter primitiver Blattsalat. Auf die Frage an eine Service-Mitarbeiterin an der Theke, warum in dem Burger kein Rucola sei, antwortete diese: „Der ist uns schon zu Mittag [!!] ausgegangen.“

Bedenklich finde ich auch die Preisgestaltung mit 7,99 Euro für das „Toni’s Surf & Turf“ Menü. Das würde dann für eine vierköpfige Familie 31,96 Euro bedeuten – ohne allfällige Nachspeisen oder Salate zu den Burgern. Aber schließlich will ja der Herr Mörwald auch was verdienen.

Und so kehre ich zum Eingangsstatement zurück: Liebe McDonaldianer, Ihr habt mit den Fotos etwa auf Plakaten oder an der Theke, dem Begriff Haubenküche und der Kollaboration mit Toni Mörwald ein Versprechen abgegeben. Für mich habt Ihr es nicht eingelöst. Ganz im Gegenteil: Ihr habt mich verärgert in Bezug auf Qualität, Optik und Preis. Was bedeutet das nun: Ich komme nicht mehr in Eure Restaurants, ich investiere mein Geld anderswo in Essen und Trinken – da, wo Qualität und Preis-/Leistungsverhältnis (noch) stimmen.

P.S.: Der Objektivität entsprechend, der ich mich als Journalist verpflichtet sehe, werde ich in den nächsten Tagen in anderen Filialen den selben oder andere Toni Mörwald HaubenKoch-Burger austesten. Über die Testergebnisse lest Ihr dann hier auf meinem Blog.

P.P.S.: Habt Ihr andere oder ähnliche Erfahrungen. Laßt es mich wissen?!. Danke

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