Mikundas Klassiker neu aufgelegt

Wenn man sich’s mit dem Stunden- und Studienplan am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft nicht all zu leicht machen und interessante, wissensbildende und denkintensive Lehrveranstaltungen besuchen wollte, kam man an den beiden Vorlesungen von Christian Mikunda nicht vorbei.
Seine amüsante, charmante und intensive Art des Vortragens hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Übrigens auch sein klares Bekenntnis zu seiner heutigen Ehefrau Denise, die er immer wieder in den Vorlesungen kund tat. Dr. Christian Mikunda ist in seiner Art des Vortrags kein Theoretiker vor dem Herrn – anders geschrieben: kein Wissenschafter aus dem elfenbeinernen Turm, die es damals, Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zuhauf gab – obwohl er natürlich enormes theoretisch fundiertes Wissen hat. Mikunda war und ist ein Forscher, ein Beobachter, ein Getriebener im Sinne der Sache. Wie anders hätte er dieses Portfeuille an Wissen, Inszenierungen, dramaturgischen Emelementen und Sequenzen zusammen tragen können? Nur mit Rausgehen, Anschauen, Vergleichen, Dokumentieren, Ableiten, Chunken, Nenner finden.
Christian Mikunda oder etwa Univ.Prof. Johann Hüttner von der Theaterwissenschaft (und vielleicht ein, zwei andere noch) sind im Übrigen Schuld an so mancher Ehekrise :-)) – weil man einfach anhand hervorragender Dramaturgievorlesungen bei bestimmten Fernsehfilmen schon vor oder kurz nach der „Exposition“ weiß, wer der Mörder ist, wer wen heiratet oder auch nicht, wer stirbt und, wo die große Liebe hinfällt. Meine liebe Liebste war mir lange böse, bis sie dann mal Mikundas „Der verbotene Ort“ las.
Dieses – bitte für mich – sensationelle Buch wurde nun 15 Jahre nach Erstveröffentlichung – frisch aufbereitet neu aufgelegt. Also, ich hab’s schon und für mich wird das Buch einmal mehr eine Art Bibel der dramaturgischen Herangehensweise sein.
Es sind die „Drehbücher im Kopf“, es sind die Prägungen, die jede/r von uns erfahren hat, es sind die Erlebniswelten, die Christian Mikunda in vortrefflicher Weise analysiert und beschreibt. Er stellt das Erlebnis und die Geschichte in den Mittelpunkt und macht uns damit begreiflich, daß auch in Werbung, Marketing, im Messebau, bei Events, in der klassischen PR nur eines zählt: die entsprechende Geschichte verpackt in spannender Dramaturgie. Der interdisziplinäre Ansatz Mikundas ist legendär.
Ich sag nur: Kauft dieses Buch.
Nur der Ordnung halber: ich bekomme keine Provisionen. Ich bin einfach nur begeistert.

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