Netzwerken ja, aber bitte nicht so!

Unter anderem besitze ich auch einen LinkedIn Account, den ich mehr oder weniger aktiv pflege. Eigentlich eher weniger, da mir LinkedIn im deutschen Sprachraum zu Deutschland-lastig ist – aber bitte, das ist nur mein bescheidener Eindruck, mir zudem Usability und Oberfläche nicht unbedingt gefallen, und, weil hier von den Usern Kontaktanfragen anscheinend unreflektiert durch den Äther des WorldWideWeb gesandt werden. Anscheinend geht es vielen nur um die Anzahl der Kontakte, nicht aber um die Qualität. Ebenso verhält es sich mit Gruppeneinladungen. Ich werde auch oftmals in Gruppen bzw. in Diskussionsrunden eingeladen, ohne auch nur im Ansatz zu wissen: warum?! Hätte sich der/die Einladende in manchen Fällen mit meinem Profil bzw. mit MIR auseinandergesetzt, hätte spätestens am zweiten Blick feststehen müssen, daß ich da von der Thematik und den Interessen möglicherweise gar nicht hinein passe.
Nun aber zum Kern von „Netzwerken ja, aber bitte nicht so!“ Gestern erreichte mich eine LinkedIn-Mail mit dem Betreff „Können Sie eine Empfehlung für mich schreiben?“. So bittet die Userin B.M „um eine Empfehlung für seine bzw. ihre Arbeit“. Und es ginge ganz schnell, so eine Empfehlung zu verfassen.
Also, das wäre dann so, als würde ich irgendeine Telefonnummer aus dem Telefonbuch heraussuchen, dort mal reinklingeln mit der Bitte: Hey, könntet ihr mir nicht mal schnell eine Empfehlung für mein berufliches Fortkommen schreiben.
Ich mache es kurz: Ich kenne Frau B.M. nicht, weiß gar nicht, was sie beruflich so treibt und kann damit gemeinhin auch keine Empfehlung über die Qualität ihrer Arbeit abgeben. Und ich weiß ja gar nicht, ob ich mit Frau B.M. über LinkedIn überhaupt vernetzt bin; und wenn ja, warum, wenn ich sie ja gar nicht kenne.
Aber, wie kommt Frau B.M. denn auf die Idee, mich um eine Empfehlung zu bitten, wohl wissend, daß wir einander nicht kennen. Meine Anwort(en): a) ich weiß es nicht; b) es interessiert mich nicht (oder nur insofern, als daß ich hier einen Blogeintrag verfassen kann; und c) sieht es so aus, als hätte Sie ihren Empfehlungsrequest so ganz ohne sinnvolle Selektion coram publico versandt.
Führt mich zum Fazit: Auch im sogenannten Social Web ist Mitdenken gefragt. Welcher Kontakt kann mir wo, wie, wann und warum weiter helfen. Welche Anfragen, die man hinaus sendet,  sind Spam-artiger Schwachsinn. Und, wie schaffe ich es, andere nicht zu vergraulen. Sie, liebe Frau B.M. haben es geschafft, mir kurzzeitig den Spaß zu nehmen.
Netzwerken ja, aber bitte nicht so!

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